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Schutz vor Aktivitaetsverfolgung

Die Firefox-Funktion „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ im Vergleich zum Werbeblocker „uBlock Origin“

Seit der Version 42 enthält Firefox einen eigenen „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“. Kann man nun im Mozilla-Browser auf den Einsatz eines separaten Werbeblockers verzichten? Um diese Frage zu beantworten, habe ich die neue Funktion ausprobiert und sie mit dem Plugin uBlock Origin verglichen:

Installation und Konfiguration

Der „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ (Tracking Protection) lässt sich in den Firefox-Einstellungen unter „Datenschutz“ einschalten, allerdings nur für den privaten Modus. Möchte man ihn auch im Normalmodus nutzen, ist zur Zeit noch eine manuelle Aktivierung nötig: In die Adresszeile „about:config“ eingeben, nach Bestätigung des Warnhinweises den Begriff „privacy.trackingprotection.enabled“ suchen und die Funktion mit einem Doppelklick auf diese Zeile anschalten.

uBlock Origin wird als Plugin einfach über „Add-Ons“ gesucht und installiert. Danach muss der Firefox nicht neu gestartet werden.

Praxistest und Finetuning

Bei Tests auf den Seiten von FAZ, Heise und RP-Online stellte sich schnell heraus, das die Firefox-Funktion Werbung nicht zu 100% ausfiltert. Einige Werbebanner sind weiterhin sichtbar, sie stören aber auch nicht besonders. Werbefilme vor und in Youtube-Videos werden allerdings trotz aktiviertem „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ immer angezeigt, hier ist die Firefox-Funktion völlig wirkungslos.

Man kann unter „Datenschutz“ und dort „Blockierliste ändern“ zwar eine strengere Filterliste auswählen, wovon ich aber abrate. Dieses Liste hat nämlich auch Auswirkungen auf das Aussehen der Webseite, z.B. werden Webfonts blockiert.

Der „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ wird von bild.de als Adblocker erkannt und verhindert deshalb den Aufruf der Seite.

uBlock Origin filtert bereits in der Grundeinstellung sämtliche Werbung herausaus. FAZ, Heise und RP-Online werden deshalb ohne zusätzliche Konfiguration komplett werbefrei angezeigt. Werbefilme zu Beginn eines Youtube-Videos werden übersprungen und ebenfalls nicht angezeigt.

Erstaunlicherweise ließ sich während meines Tests auch bild.de werbefrei aufrufen. Es sieht so aus, als hätte uBlock Origin zumindest am 6. März 2016 die Nase vorn gehabt im Hase-Igel-Spiel zwischen Werbeindustrie und Werbeblocker. (Mit dem Werbeblocker Adblock Plus wurde bild.de zum gleichen Zeitpunkt übrigens geblockt.)

Fazit

uBlock Origin ist im Vergleich zur Firefox-Funktion sehr einfach zu installieren und muss nicht einmal konfiguriert werden, um zuverlässig Werbung herauszufiltern. Ich gebe dem Plugin deshalb ganz klar den Vorzug vor der eingebauten Firefox-Funktion.

Diese kann ich eigentlich nur denjenigen empfehlen, die auf Drittanbieter-Plugins verzichten möchten. Man erhält in der Grundeinstellung einen brauchbaren aber nicht sehr effektiven Werbeblocker und Tracking-Schutz.

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